
Magma, ein französisches Erbe
Magma, ein Erbe, die Compilation
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Wenn ich Magma kurz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Melodien und Rhythmen.
Ein bisschen zu kurz gegriffen? Na gut, dann füge ich hinzu, dass sie die Meister der Melodie sind – welche das Herzstück der Komposition ist. Und sie sind auch die Meister des Rhythmus, durch Christian Vander, aber auch durch den Bassisten, der eine ganz eigene Alchemie und einen Groove mit dem Schlagzeuger verschmilzt.
Es gibt so Momente, da stehst du einfach auf und entscheidest, Magma zu hören.
Also höre ich mir das Werk von 2015 an, "Slag Tanz", und bäm – absolute Schocktherapie."Verdammt noch mal, wo war ich eigentlich die ganze Zeit?! "Wie viele Episoden hatte ich verpasst?"
Ich höre ein anderes Album von 2009, "Ëmëhntëhtt-Ré", und denke mir: Scheiße, ich habe echt das Beste verpasst. Und das, obwohl ich damals im Trianon voll auf die "Theuz Hamtaahk"-Trilogie abgefahren bin. Ich habe sie mehrmals live gesehen, sogar bei diesen zwei retrospektiven Abenden, wo alle Epochen in einem Konzert vertreten waren.
Jetzt höre ich mir also die rund zehn Jahre an, die dazwischen vergangen sind. Ich hatte sie irgendwie um 2004 mit "K.A" aus den Augen verloren – das Album hatte mich damals nicht gecatcht.
Heute blicke ich auf dieses Magma der 2000er Jahre (2000-2018) zurück. Ich sehe darin einen Höhepunkt, eine absolute Meisterschaft, eine Vollendung und letztendlich: ein Erbe.
Am Ende hat jeder sein ganz eigenes Magma im Kopf.Hier ist meins:
- Christian Vander: Das wilde Schlagzeugspiel und der tiefe, ergreifende Gesang.
- Philippe Bussonnet am Bass: Vanders und Magmas treuer Soldat. Präzise, fokussiert, eine wahre "Rhythmusmaschine" voller Tremolos und Emotionen.
- Die Chöre: Die Stimmen von Männern und Frauen.
- Die E-Pianos in Dauerschleife.
Drei Compilations :
Magma 70's
https://link.deezer.com/s/32krDM2e4C4N1495qaZDm
Magma XIX siècle
https://link.deezer.com/s/32krFwIDo0O90t8BrWqas
Magma, un héritage
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Theusz Hamtaahk (Live) (2001)
Sortie : 2001 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Live de Magma
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Dieses Live-Album ist wie ein "Studio"-Album zu betrachten, auch wenn es live ist. Der Sound ist exzellent. Es bietet die komplette, vollendete Trilogie: "Theuz Hamtaahk – Wurdah Itah – Mekanik destruktiw kömmandöh".
Wenn du so willst, ist es Magmas Lebenswerk (l'Oeuvre). Der erste Teil "Theuz Hamtaak" ist für meinen Geschmack der packendste, intensivste – eine wahnsinnige Trance.
Zu beachten ist, dass es von diesem ersten Teil keine Studioaufnahme gab.
Das ist die Box, die man von Magma haben muss.
Ëmëhntëhtt‐Ré (2009)
Sortie : 5 novembre 2009 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Du kannst weinen, dich völlig fallen lassen: Hier ist das ultimative Magma-Album.
Mit "Hhaï / Zombies", endlich im Studio aufgenommen, veredelt und perfekt beherrscht ("Ëmëhntëhtt-Ré II"). Ich weiß noch, wie ich diesen Song 2001 zum ersten Mal live in Nancy gehört habe. Ich war völlig ergriffen. Nach dem Konzert fragte ich: "Was war das für ein Song?" und man antwortete mir: "Hhaï". Seitdem habe ich mir die verschiedenen Live-Versionen reingezogen.
Dieses Album versteht sich als dritter Teil einer weiteren Trilogie: "K.A. – Köhntarkösz – Ëmëhntëhtt-Ré". Es ist eine Vollendung, und es ist kosmisch. Ich bin in Trance, am Limit meiner Aufnahmefähigkeit, belagert vom frenetischen Bass, belagert vom höllischen Schlagzeug, kurz vor dem Zusammenbruch, fast aus dem Gleichgewicht und völlig überrollt von den Chören.
Meine Beziehung zu diesem Album ist physisch und mental, ich befinde mich in einem Wirbelsturm.
Šlağ Tanƶ (2015)
Sortie : 10 janvier 2015 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Ein Konzentrat aus kontrollierter Wut, Trance, einer fast indisch anmutenden Musik.
Ein faszinierendes Album mit Passagen auf Französisch, die absolut perfekt klingen. Ein bisschen wie "Ëmëhntëhtt-Ré", aber dichter, kürzer und entschlossener. Ein perfektes Album. Es ist eine rituelle, tribale Raserei. Ich schwöre dir: Wenn du dieses Album hörst, willst du dich mit einer Axt in der Hand in die Schlacht stürzen. Dann wieder schwebende Gesangsmomente voller Anmut, und schließlich "Vers la nuit" – wie ein Wunder. Ein Wunder deshalb, weil Magma endlich auch auf Französisch großartig klingen kann, sie stehen jetzt dazu. Ich frage mich immer noch, warum kein einziges Musikmagazin "Genie!" geschrien hat. Denn das ist eine verdammte Ohrfeige, eine wunderschöne Ohrfeige, eine feurige Schönheit. Lebendige Musik.
Mëkanïk Dëstruktïẁ Kömmandöh (1973)
Sortie : 1973 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Der Magma-Klassiker: martialisch, düster, prophetisch. Was man von diesem Werk im Gedächtnis behält, ist der martialische, riesige, furchterregende Einstieg. Es ist eine hypnotische, minimalistische Linie, die den Song eröffnet, gefolgt von diesen mächtigen Bläsern und den Beschwörungsformeln.
Dann wird dieses Intro bei Minute 3:46 regelrecht zertrümmert – durch einen Part mit ungeraden Rhythmen, der an Mitteleuropa erinnert, irgendwas Tänzerisches, wirklich irritierend. Danach bringt "Albert his und her" (jedenfalls verstehe ich das so) etwas Dramatisches rein, aber der erste Teil stoppt hier nicht, er dreht auf und wird umgeleitet.
Die Komplexität des Songwritings ist beeindruckend, wie die Themen ineinandergreifen. Vander verlangt seinen Hörern einiges ab, und mal wieder gibt es nichts, was wie Magma klingt. Es ist ein Werk, das einen schwindelig macht. Man muss dranbleiben, man hat den Halt verloren, man hat keinerlei Orientierung mehr, und Vander treibt uns durch ein bizarres, wahnsinniges, extrem ausdrucksstarkes Universum.
N.B.: Mir ist aufgefallen, dass eine von Vanders Besonderheiten darin besteht, ungerade Takte (7er-Takt) wie einen binären Rhythmus klingen zu lassen. Eine Technik, die eigentlich alle Schlagzeuger lernen sollten. Dadurch hält er diese für Magma so wichtige Trance aufrecht.
Félicité Thösz (2012)
Sortie : 12 juin 2012 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Hier haben wir ein frisches, beruhigteres, helles Magma. Perfekt für den frühen Morgen.
"Ëkmah": Das Intro ist schneidend, aber es beruhigt sich schnell. Es ist hypnotisierend. Ich finde den Sound absolut kontrolliert. Ich bin wieder einmal berührt von Philippe Bussonnets organischem Bass.
Es folgt "Ëlss", das klingt nach Weihnachten. Aber der Break "Oh oh oh - Félicité Thösz" ist einfach wunderschön. Allein schon der Anfang, und ich bin schon wieder gefangen in Magmas perfekt beherrschtem Universum. Und das ebnet den Weg für den nächsten Track. "Dzoï": Klingt wie Troubadour-Musik. Die Melodie ist makellos und das Klavier zieht einen in den Bann. Das Französische kehrt zurück, und mir tut das gut. Ich mag auch die Zartheit des Basses sehr. Ich will tanzen, ich fühle mich leichter. "Nüms" schließt sich ganz natürlich an. Was mich flashed, ist die Aneinanderreihung all dieser kleinen Songs von durchschnittlich 2 Minuten. Wieder einmal konzipiert Magma sein Album als Gesamtheit. "Tëha" ist das Prachtstück dieses Albums. Ich fühle mich wie liebkost. Es ist feinfühlig, explodiert dann aber vor Vitalität. Ich habe Lust, nackt durch die Straßen von Berlin zu rennen und mich zu berauschen.
Ich will lachen, ich will weinen. Dieser Song ist die Verkörperung der Glückseligkeit (la félicité). Manchmal zweifle ich und denke mir, dass es vielleicht ein bisschen bescheuert ist. Und dann: Nein, ich bin voll im Film. Was unglaublich ist, ist die Kontinuität dieser ersten 5 Stücke, die meiner Meinung nach eine Einheit bilden. Nur weil wir die vier Stücke davor hatten, wird die Auflösung in "Tëha" so grandios. Übrigens markiert "Waahrz" einen Bruch, mit diesem klassisch angehauchten Klavierpart. "Dühl" ist der absolute Hammer. Ein Konzentrat aus Magma. Habe ich schon erwähnt, dass die Stimmen wunderschön sind? Ein seltenes Element im Pop-Universum. Man findet wieder diese wahnsinnige Bass-Art von Philippe Bussonnet. Dann wird das Stück direkter, kriegerischer. Eigentlich kündigt sich schon "Tsaï" an, die Melodie ist unaufhaltsam, hüpfend. Dann der Moment der Gnade: der Bass und die Stimme. Magma ist auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Sprache, mit Kontrasten, der Bassstimme und den Frauenstimmen. "Dühl / Tsaï" ist ein absoluter Abriss. "Öhst / Zahrr" öffnet sich dann mit einem Festival von Chören. Es ist ein Marsch, ein ziemlich einfacher Rhythmus. Vander betritt die Bühne mit seinem typischen, beschwingten "Chabada"-Groove. Es ist ein euphorisches Ende.
Wurdah Itah (1974)
Sortie : 1 mai 1974 (France). Prog Rock, Rock, Soundtrack
Album de Magma
Laughing Stock a mis 9/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
"Wüdah Itah". Das ist die Musik, die für Yvan Lagranges traurigen, verpatzten Film "Tristan & Iseult" diente. Dümmer geht's nicht. Das ist intellektuelle Wichserei ohne jede Inszenierung, wo einzig die Musik einen Hauch von Leben reinbringt. Also schnappt sich Vander die Partitur und integriert sie in die "Theusz Hamtaahk"-Trilogie, die man perfektioniert in der gleichnamigen Live-Box hören kann. Und er nennt sie "Würdah Itah". Mich verunsichert diese Version zwangsläufig, da ich das Live-Konzert im Trianon zuerst kannte. Aber das solide Werk ist da. Natürlich ist Philippe Bussonnet noch nicht dabei, und das fehlt mir grausam. Aber es ist ein intensives Werk, schon an sich sehr originell. Es gibt nichts Vergleichbares im Pop- oder Prog-Universum. Dafür höre ich Elemente aus der mitteleuropäischen Musik heraus – zumindest einer fantasierten Version davon. Und vom Jazz können wir uns verabschieden, der existiert nur noch in Vanders Art, am Limit zu spielen (ah, ich habe gerade bei 2:19 auf "Blüm tendiwa" einen kleinen Fehler gehört – sagen wir, diese Tendenz, sich immer in Gefahr zu bringen). Magma ist im Orbit und denkt gar nicht daran, wieder runterzukommen.
Üdü Wüdü (1976)
Sortie : 1976 (France). Pop rock
Album de Magma
Laughing Stock a mis 9/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
"De Futura Hiroshima" (Originaltitel von De Futura).
"Weidorje" ist eine Komposition von Paganotti.
Vander hat einfach zu viele Meisterwerke aufzunehmen. Er präsentiert "Hhaï" auf seinem vorherigen Album "Hhaï / Live". Er hat "Ëmëhntëhtt-Ré" (den dritten Teil der "Köhntarkösz"-Trilogie) noch nicht aufgenommen, da muss er auch schon den ersten Teil der anderen Trilogie "Theusz Hamtaahk" einspielen. Das ist ein wichtiges Magma-Album, weil es den "Magma-Sound" kristallisiert – mit Jannick Top, seinem wahnsinnigen Groove und seinem crunchy Sound. Das wird ein Markenzeichen bleiben. Man findet einige unvollendete Elemente von "Ëmëhntëhtt-Ré": "Zombies" und "De futura". Das dominierende Element ist definitiv der Bass. Mit "Üdü Wüdü" gibt Christian Vander seine Trilogie-Träume für einen Moment auf und bietet zusammen mit Jannick ein prägnanteres, moderneres, aber auch seltsames, beunruhigendes Werk. Gleich zum Opener des Albums knüpft er auch wieder an den Jazz der Anfangstage an. Auch wenn das Songwriting nicht so komplex ist wie bei "Würda Itah", fokussiert er sich voll auf Intensität und Trance. Es ist ein direkteres, "rockigeres" Album, ein Konzentrat von Magma. Es ist berührend, einen Ausschnitt von "Ëmëhntëhtt-Ré" in der remasterten Edition zu finden. Er hatte damals nicht die Zeit, sein Werk zu beenden, aber alles ist schon da. Man musste bis 2009 auf das verklärte, veredelte Endergebnis warten.
Weidorje (1978)
Sortie : 1978 (France). Prog Rock, Space Rock
Album de Weidorje
Laughing Stock a mis 10/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Zeuhl! Paganottis Bande taucht uns in ein beunruhigendes Universum. Der Bass ist krachend und es groovt wie Sau. Das ist Magma im "Üdü Wüdü"-Modus. Das erste Thema von "Elohims voyage" nimmt uns mit auf eine weite Reise. 16 Minuten für diese galaktische Pilgerfahrt. Wenn irgendwas in der Prog-Bewegung für mich Sinn ergibt, dann ist es Zeuhl. Das ist exklusiv französisch, und die Engländer schauen uns an, als wären wir geisteskranke Marsmenschen. Zweites Stück, "Vilna": Die Keyboards zeigen im Intro ihr ganzes Können. Wenn das gesamte Ensemble loslegt, wird es höllisch, und das Thema ist fast schon Jazz. Man wird von dieser tribalen Trance gepackt. Ich will verdammt noch mal auf einem Konzert sein und wie ein Verrückter tanzen. "Booldemug" hält den Druck aufrecht. Es sieht so aus, als hätte Paganotti sein eigenes "Magma" unter dem Aspekt der Effizienz gemacht: direkt, tanzbar, unerbittlich. Er knallt uns da Hymnen vor den Latz, eine wahnsinnige Ekstase. Schließt euch dem Orden von Zeuhl an!
N.B.: Die auf der CD hinzugefügten Tracks haben leider nicht dieselbe Soundqualität. Eigentlich machen allein die ersten 3 Stücke daraus ein perfektes Album. "Weidorje" ist übrigens auch der Titel eines Tracks auf dem Magma-Album "Üdü Wüdü" (komponiert von Paganotti). Zu erwähnen ist auch, dass der Komponist Jean-Philippe Goude an den Keyboards sitzt.
Live (1975)
Sortie : 1975 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 10/10, l'a mis dans ses coups de cœur et l'écoute actuellement.
Annotation :
„Hhaï“, „Köhntarkösz“
Der Sound ist exzellent. Es ist witzig, ich sehe da klanglich eine Parallele zu King Crimson live von 1972-1973 mit John Wetton, Bill Bruford und David Cross an der Violine. Hier ist es Didier Lockwood an der Violine.Die Live-Version von Köhntarkösz ist um einiges fesselnder und intensiver. Der zweite Teil, der so richtig Fahrt aufnimmt, ist der absolute Wahnsinn. Ich glaube, direkt beim Konzert wirst du an Ort und Stelle verflüssigt. Magma, die Höllenmaschine. Eine ganz andere Version von Ëmëhntëhtt-Ré, deutlich instrumentaler, echt schick.Und dann schließlich Hhaï, die Hymne von Magma. Und das Verrückteste ist, dass dies ihre allererste Präsentation auf einer Aufnahme ist, und zwar hier live. Es ist noch etwas chaotischer, weil es die Version im Entstehungsprozess ist, noch weit entfernt von der, die wir vom Album aus dem Jahr 2009 kennen. 1975–2009, das lässt einen schon träumen.
Paganotti am Bass ist wie entfesselt. Weißt du noch, Mushroom? Du musst unbedingt zum Album Ëmëhntëhtt-Ré zurückkehren. Das hier ist eine großartige Performance. Verdammt, Blasquiz erklärt Kobah zur Magma-Hymne. Aber nein! Es ist Hhaï! Was soll dieses Hippie-Ding?! Niemals! Sie haben übrigens eine groovigere Version daraus gemacht. Es ist verrückt, wie extrem laut der Bass auf diesem Album abgemischt ist. Bussonnet haben sie nie so viel Raum gegeben. Hier mit Paganotti hat man das Gefühl, den Kopf direkt im Verstärker zu haben. Bei Lïhns bleibe ich hängen, ich glaube, das ist ein unveröffentlichtes Stück.Das Album endet mit M.D.K., allerdings ohne das gigantische Intro. Der Einsatz der Geige auf Da zeuhl gefällt mir weniger. Das Finale ist phänomenal, Mëkanik zaïn. Eine infernalische Trance. Magma ist zu diesem Zeitpunkt wirklich eine der größten Bands der Welt. Es ist verrückt zu bedenken, dass diese Band im Prog-Universum aus Frankreich kommt. Aber es gibt einfach nichts Vergleichbares. Eine einzigartige und monströse Musik. Und wenn man bedenkt, dass dieses letzte Stück die Vorlage für den ganzen beschissenen Jazz-Rock der 80er Jahre geliefert hat.
Rïah Sahïltaahk (2014)
Sortie : 23 septembre 2014 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 9/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
Die großartige Neuinterpretation von 1001° Centigrades (allerdings nicht des gesamten Albums).
Er greift Rïah Sahïltaahk auf, lässt aber die anderen beiden Stücke des Originalalbums weg, da sie nicht von ihm stammen. Das versteht man also. Vander will seine eigenen Kreationen vollenden und perfektionieren.Und gleich von Beginn an klingt das weniger „hippie“ als die erste Version von 1971. Ich erinnere daran, dass es erst das zweite Magma-Album ist. Hier ist der Sound fantastisch, mit einem meisterhaften Philippe Bussonnet am Bass und Hervé Aknin anstelle von Blasquiz. Die Aufnahme ist druckvoller, schneller und profitiert von einer moderneren Lesart sowie der Energie der aktuellen, vollauf erfolgreichen Magma-Besetzung. Sie profitiert auch von den weiblichen Stimmen von Magma, die auf dem Originalalbum noch fehlten.
Ich werde jetzt kein Fehlersuchspiel spielen, aber das ist ein wichtiges Element. Ich fand schon, dass das auf „1001 centigrades“ fehlte. Dadurch entsteht hier einfach mehr Balance, wie ich finde. In dieser Neufassung erstrahlt das Werk und präsentiert sich uns wie neu und weitaus relevanter. Das ist der umgekehrte Ansatz eines Roger Waters, der sein Werk eher ruiniert.Aus diesem neuen Blickwinkel ist es ein verheerendes Werk mit viel Dynamik. Schade ist nur, dass der Bass (schon wieder) etwas zu leise abgemischt ist. Und am Ende wird das finale Thema am Klavier durch die Stimmen erweitert. Ein einfaches, aber wunderschönes Finale.Es ist wirklich ein sehr originelles, untypisches Werk mit vielen Brüchen auf 24 Minuten, dessen Wiederaufnahme im Jahr 2014 – 43 Jahre später – die Aufmerksamkeit erneut auf dieses Stück lenkt und es uns vor allem in einem neuen Licht präsentiert. Es wirkt nun eher wie ein Hauptwerk als wie ein Frühwerk. Wieder einmal hat sich der Perfektionismus von Christian Vander durchgesetzt.
Retrospective, Vol. 3 (Live) (1981)
Sortie : 1981 (France). Rock, Jazz, Jazz-Rock
Live de Magma
Laughing Stock a mis 9/10, l'a mis dans ses coups de cœur et l'écoute actuellement.
Annotation :
Das gigantische „Retrovision“, ein Mix aus bekannten und neuen Elementen, der fast wie ein Bluesrock beginnt und dann über 18 Minuten völlig durchdreht.
Und schließlich Hhaï, die Hymne von Magma, mit einem furchterregenden Paganotti am Bass (auch wenn ich immer noch die Studioversion mit Bussonnet bevorzuge, die in manchen Punkten an ein Wunder grenzt). Weniger gut gefällt mir der Einsatz von Synthesizern und der Geige bei den Soli – ein Glück, dass er das in seiner finalen Version gestrichen hat.
Rétrospective, Vol. 1 & 2 (Live) (1981)
Sortie : 1981 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Live de Magma
Laughing Stock a mis 9/10.
Annotation :
Der andere Teil, mit „Mekanïk Destruktïw Kommandöh“ und „Theusz Hamtaahk“, absolut tödlich.
Ich glaube, das ist die erste Live-Aufnahme von Theusz Hamtaahk, während es im Studio ja nie aufgenommen wurde. Wenn es eine gegeben hätte, hätte ich sie mit Sicherheit ganz oben in dieses Ranking gesetzt. Hier hören wir also zwei Sätze der Trilogie (es fehlt Wüdah Itah).Mekanïk Destruktïw Kommandöh ist einfach unheimlich, wahnsinnig, monströs. Das Intro des zweiten Teils mit den Synthesizern ist furchterregend. Ich bevorzuge zwar die Versionen aus dem Trianon, die in voller Besetzung aufgenommen wurden, aber es ist toll, ein Zeugnis von Magma aus den frühen 80ern zu haben. Es ist schon verrückt, dass sie das 1980 aufgenommen haben, als die Prog-Welle eigentlich schon vorbei war. Ich sehe das eher als ein Zeitzeugnis, eine Rétrospektive ^^
Eine kleine Kritik gibt es aber: Was soll dieser grottige Reverb auf Vanders Snare?
1.001° Centigrades (1971)
Sortie : 1971 (France). Jazz-Rock, Prog Rock
Album de Magma
Laughing Stock a mis 9/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
Das zweite Album von Magma, Francis Moze am Bass, mit dem Plektrum gespielt.
Wir bewegen uns hier in der Nachfolge von Kobaïa, in einer eher „lateinamerikanischen“, mitreißenden Jazz-Atmosphäre samt den Bläsern, die schon direkt im Intro als Magma-Markenzeichen fungieren. Aber das Album ist eine Reise und bietet 3 Stücke – kurioserweise genau wie Close to the Edge von Yes, das ein Jahr später erscheinen sollte.Bei 4:36 kommt ein Thema, das ich liebe und das für mich die Handschrift dieses Albums ausmacht. Ein langes Thema im 12er-Takt (in 3/4), ziemlich schwindelerregend. Das ist der pure Wahnsinn: Wenn man die 3 Schläge zählt, beginnt das Thema auf dem ersten Schlag, fängt dann auf dem zweiten Schlag von vorne an, und noch einmal auf dem dritten Schlag, um wieder beim ersten Schlag zu landen – das Ganze gehämmert auf der punktierten Halben (der ersten Zählzeit jedes 3/4-Takts). Es ist typisch für Vander, den Takt stur durchzuhämmern, während sich um ihn herum alles bewegt (ein Thema mit ungeradem Takt). Es ist ein ambitionierteres Werk als Kobaïa, und der Zeuhl-Stil kündigt sich in diesem Album ganz leise an. Mir ist aufgefallen, dass Stella Vander hier noch nicht dabei ist und dass die typische Komponente des aktuellen Magma-Sounds fehlt: die weiblichen Stimmen. Der Einfluss des Jazz bleibt durch die Bläser sehr präsent. Es ist ein noch sehr zugängliches Magma, trotz einiger sehr spezieller „Oï“-Passagen, die das Gefühl eines anderen Volkes vermitteln – wie Beschwörungsformeln, die mich an mongolische Musik erinnern (oder zumindest an die Vorstellung, die man davon hat).Bei Vander hat man keine andere Wahl, als zuzuhören und sich treiben zu lassen. Es ist unmöglich, das Gehörte vorauszusehen. Manchmal klingt es wie ein riesiges Chaos, man muss sich wirklich auf dieses Universum einlassen. Es ist wie ein Film, den man sich im Kopf abspielt. Riah Sahiltaahk endet mit einem wunderschönen, schwebenden melodischen Thema, das Lust macht, das Album sofort wieder von vorne zu hören.Das zweite Stück stammt von Teddy Lasry, dem Klarinettisten und Saxophonisten. Das ist Jazz mit einer starken Jungle-Tendenz. Hier kann Vander seinen Coltrane-Einfluss offen ausleben. Ich verstehe, warum das Album 1971 so gut aufgenommen wurde. Ein paar typische Magma-Verrücktheiten fordern ihr Recht ein, aber es wird immer wieder von diesem herrlichen Jazz-Thema aufgelockert. Das Ganze atmet. Das letzte Stück ist ebenfalls Jazz, komponiert vom Pianisten Faton Cahen.
Köhntarkösz (1974)
Sortie : juin 1974 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 8/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Das Intro ist unheimlich, geprägt von der Orgel (eher ungewöhnlich bei Magma)
Das war das letzte Album, an das ich mich herangetraut habe, es hat mir ein bisschen Angst gemacht. Das Drama ist angerichtet. Das Album erschien nach Mëkanïk Dëstruktïẁ Kömmandöh, der Ruf von Magma war bereits zementiert, und in diesem Kontext nähert man sich dem Album. Bemerkenswert ist die Präsenz von Stella Vander, die seit Mëkanïk Dëstruktïẁ Kömmandöh dabei ist. Bemerkenswert ist auch der Einsatz des Synthesizers – hart und bedrohlich. Das Universum von Köhntarkösz ist sehr düster, langsam. Es ist ein sehr einzigartiges Album. Am Bass sitzt immer noch Jannick Top, der ebenfalls seit Mëkanïk Dëstruktïẁ Kömmandöh dabei ist.
Meine Befürchtungen waren begründet: Es ist ein schwer verdauliches, bleiernes Stück. Man fühlt sich wie in einem Fantasyfilm im Stil von Flash Gordon, diesem Weltraum-Epos von 1980.Im Original ist Ork von Jannick Top an zweiter Stelle platziert. Das Intro mit den Streichern ist eisig, mit einer enormen Spannung in den Harmonien. Mir gefällt der punktuelle Einsatz des Synthesizers. Das ist echte Filmmusik unter Hochspannung. Man findet dieses Bassthema auch in Theusz Hamtaahk wieder – eine Melodie, die sich letztlich durch drei Alben zieht. Vander ist in diesem Stück nicht einmal zu hören.
„Köhntarkösz part 2“ Das Clavinet hüllt uns ein, wir schweben, ein Licht erscheint in diesem düsteren Universum. Aber die Stimmung bleibt schwer und sehr weiträumig. Für mich ist das ein rätselhafteres Magma, ich denke an trostlose Landschaften. Glücklicherweise nimmt das Ganze schließlich an Fahrt auf (man muss bis 6:30 warten). Wir finden diese monolithische Dimension der Keyboard-Akkorde wieder, die sich im Kreis drehen, ohne irgendwohin zu führen. Es ist wie eine für Magma typische Beschwörung. Man sent eine Form von Panik. Das Thema ist sehr primitiv. Wenn sich der Akkord auflöst oder zumindest die Stufe wechselt, singt Vander und alles bricht in einer für ihn typischen Katharsis los. Das Ende ist finster und kehlig.
„Coltrane sundia“ Eine Hommage an Coltrane, der 1967 verstorben ist. Ein Ostinato, dann ein sehr luftiges Thema. Ich weiß nicht warum, aber es erinnert mich an Where Were You von Jeff Beck. Es ist wunderschön, minimalistisch und beendet ein ziemlich eisiges, hartes Album.
Kobaïa (1970)
Sortie : 1970 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 8/10 et l'a mis dans ses coups de cœur.
Annotation :
Das legendäre erste Album...
Was dieses erste Album prägt, sind die Bläser. Musikalisch ist es Jazz-Rock, noch nicht so völlig abgedreht, wie man es von Magma kennt. Mit Themen, wie man sie im Jazz macht, steht das Universum dennoch, ein bisschen theatralisch. Es ist eine Programmmusik, erlebt wie eine Reise. Damit geben wir uns zufrieden.
Die Ankündigung des kommenden Magma-Stils im Keim: Stöah. Ich für meinen Teil würde sagen, dass es ein echtes Progressive-Album ist. Ich finde das Schlagzeugspiel von Vander allerdings noch ein bisschen chaotisch.
Mekanïk Kommandöh (1989)
Sortie : 1989 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 8/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
Die Version mit Chören von „Mekanïk Destruktïw Kommandöh“, die damals vom Plattenlabel abgelehnt wurde.
Erster wichtiger Punkt: In dieser Version gibt es keine Bläser. Es sei denn, man spielt beide Alben gleichzeitig ab... Der erste Eindruck, den ich habe, ist, dass die Chöre auf dem gesamten Album merkwürdig klingen. Man hat das Gefühl, die Stimmen wurden in einer Irrenanstalt aufgenommen – eine Meisterleistung für sich, wirst du mir entgegnen ^^
Attahk (1978)
Sortie : 1978 (France). Avantgarde, Jazz, Rock
Album de Magma
Laughing Stock a mis 8/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
Gleich von Beginn an klingt das Album nach Jazz-Rock. Jannick Top sitzt nicht mehr am Steuer des Basses, aber der Stil lebt unter den Fingern von Guy Delacroix weiter, wenn auch weniger druckvoll. Ich stelle mir vor, dass die Typen in der Musikindustrie sich wahrscheinlich ein bisschen ins Fäustchen lachen – der Musikstil und vor allem der Gesang sind quasi selbstmörderisch. Ich stelle mir vor, wie Devo sich in den Gesangsparts einschleicht. Ich bin immer wieder beeindruckt, dass Vander Alben herausbringt, bei denen er die Gesangsparts ein bisschen aus dem Ärmel improvisiert. Das ist mutig. Spiritual macht seinem Namen alle Ehre. Rinde greift ein altbekanntes Thema auf, das in Ëmëhntëhtt-Ré gespielt wird – was zeigt, dass das Werk über mehrere Alben verstreut ist. Ein Glück, dass Vander später alles zusammengetragen hat. Liriïk Necronomicus Kant ist ein etwas misslungenes Magma-Stück. Der Sound ist nicht besonders. Vander dominiert den Gesang, ein bisschen verkrampft in den Höhen. Maaht wirft die Magma-Dampfwalze wieder an, mit dieser wahnsinnigen Basslinie. Schade, dass der Bass-Sound zu eng gefasst ist. Aber es ist eine großartige Linie. Dieses Stück bringt alles auf den Punkt, was Magma kann, inklusive der Bläser. Es ist witzig, die Basslinie wird in Gorutz waahrn (bei 2:28) von Theusz Hamtaahk wieder aufgegriffen – eine Passage von einer unglaublichen Lyrik, die mir im Kopf geblieben ist. Dondai ist die Vander-Ballade, wie wir es mittlerweile gewohnt sind. Ich weiß nicht, wo Klaus Blasquiz steckt, denn man hört ihn kaum. Vander ist der Star dieses ganzen Albums. Das Stück hat jazzige Improvisationen auf zwei synkopierten Akkorden, die so auch von Marvin Gaye hätten verwendet werden können. Es ist interessant festzustellen, dass die Akkorde keine harmonisch strukturierende Funktion haben. Sie schweben, sie lösen sich nicht auf. Er wartet sehr lange, bis er eine Auflösung bringt, und das oft für einen dramatischen Effekt. Sieh mal an, ich höre gerade ein Mellotron! Hier gibt es nur eine einzige harmonische Abweichung, während die Akkorde sonst immer dieselben bleiben, unglaublich. Nono beginnt mit einem dynamischen und groovigen Rhythmus am Bass, auf einer in der Oktave wiederholten Note. Es ist das „progressivste“ Rockstück von Magma. Da habe ich Blasquiz im Refrain gehört. Ein Refrain mit einer Akkordfolge, die mich seltsamerweise an Genesis denken lässt. Es ist unheimlich leidenschaftlich. Fast schon ein Hit :D Und das Album schließt mit etwas Positiv
Kãrtëhl (2022)
Sortie : 16 mai 2022 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 7/10.
Annotation :
Ich laufe Gefahr, einige zu verletzen, vor allem die Magma-Fans, zu denen ich ja gehöre.
Hakëhn Deïs beginnt ziemlich fröhlich und erinnert mich, ich weiß nicht warum, an The Love Boat (Love Boat) – ja, die Fernsehserie. Fast wie eine TV-Titelmelodie. Ich stelle mir die Band auf einem Kreuzfahrtschiff vor, im abgedrehten Jazz-Rock-Modus, ein bisschen wie ein Musical. Der Kapitän stolziert vorbei, schenkt uns ein Lächeln, seine Offiziere folgen, jüngere Frauen und Männer mit strahlend weißen Zähnen. Man fühlt sich wie in der Serie. Man wippt ein bisschen mit, Cocktail in der Hand. Die feine Gesellschaft der Kreuzfahrtpassagiere ist fassungslos und sitzt an den Tischen, wo das Mittagessen serviert wird. Sie finden vielleicht, dass der Bassist ein bisschen zu dick aufträgt – Jimmy Top. Es ist noch nicht der totale Rausch, aber die Band spielt laut. Da wird durchgehend geswingt, aus vollem Hals vokalisiert, man scattet, bis das Trommelfell reißt. Man spürt, dass eine Art Euphorie von der Band ausgeht – man weiß nicht mehr so recht: jung, alt? Der Schlagzeuger ist ultra-expressiv, wie besessen, er singt auch, er beeindruckt. Er hat riesige Arme, sein Schlagzeug wirkt winzig, aber er drischt ordentlich drauf. Das ist die pure akustische Breitseite.
Kurzum, dieser erste Titel bringt mich zur Verzweiflung. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Ich sage mir auch, dass das Kobaïanische nicht mehr wirklich seine Daseinsberechtigung hat.
Do Rïn Ïlï Üss gewinnt wieder an Farbe. Irena Balladina beginnt frech mit diesem Zitat aus Kobaïa (dem Gitarrenrhythmus). Und ich zitiere Nanar60 - Alpha Wave: „Und das ist noch nicht das Schlimmste, es handelt sich um das Recycling eines unveröffentlichten Stücks, das 1977 live gespielt („Ballade Kobaïenne“) und seitdem liegengelassen wurde. Und das ist nicht der erste Taschenspielertrick dieser Art bei Magma.“
Walömëhnd Ëm Warreï ist ein ernsteres Stück, ganz in der Tradition des späten Magma – gebieterisch, meisterhaft. Das beste Stück des Albums, ohne jeden Zweifel, ein bisschen verloren inmitten der Cocktails. Wïï Mëlëhn Tü hat die Kreuzfahrtpassagiere dann endgültig abgehängt. Man könnte meinen, es sei ein Überbleibsel von Slag Tanz. Ich liebe es, wenn Vander singt, er erinnert mich immer an Nougaro.
Korrektur: Nach mehrmaligem Hören hat das Album bei mir eingeschlagen, ich habe es regelrecht „gebraucht“. Die Sache ist die: Ich überspringe den ersten Track und lasse mich treiben.
K.A (2004)
Sortie : 8 novembre 2004 (France). Prog Rock, Rock, Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 7/10 et l'écoute actuellement.
Annotation :
„Köhntarkösz Anteria“: Die lang erwartete Rückkehr im Jahr 2004, der erste Teil der Trilogie.
Ich hatte diese Band um 2004 aus den Augen verloren – dieses Album hatte mich damals einfach nicht gecatcht. Heute blicke ich auf dieses Magma der 2000er Jahre zurück und sehe darin einen echten Höhepunkt, eine absolute Meisterschaft und eine Vollendung.
Es ist das Album, das den Weg für das monumentale „Ëmëhntëhtt-Ré“ ebnet. Musikalisch ist es extrem dicht, getragen von hypnotischen E-Pianos in Dauerschleife und den unverkennbaren Chören, die dem Ganzen diese typische, fast schon sakrale Tiefe verleihen. Christian Vanders unerbittliches Schlagzeugspiel treibt die Kompositionen voran, während der Bass von Philippe Bussonnet wie eine perfekt geölte Rhythmusmaschine agiert. Es ist ein Werk, das Zeit braucht, sich dann aber als unverzichtbares Puzzleteil des Kobaïanischen Mythos offenbart.
Merci (1984)
Sortie : 1984 (France). Jazz-Rock, Prog Rock, Soul-Jazz
Album de Magma
Laughing Stock a mis 5/10.
Annotation :
Das umstrittenste Album der Band, stark beeinflusst von Funk und Soul der 80er Jahre.
Dieses Album spaltet die Gemüter wie kein zweites in der Diskografie. Wir sind hier weit weg vom düsteren, martialischen Zeuhl-Stil der 70er Jahre. Vander biegt ab in Richtung Funk, Soul und sogar Pop-Einflüsse der 80er, mit Bläsern, die eher an Earth, Wind & Fire als an kosmische Zerstörung erinnern.
Für viele Fans war es damals ein Schock, fast schon ein Verrat. Und doch, wenn man die Vorurteile ablegt, ist die Rhythmusarbeit immer noch verdammt präzise. Vanders Gesang steht hier stark im Vordergrund, oft viel sanfter und im Soul-Modus. Stücke wie „Call from the Dark“ oder „Do the Music“ zeigen eine ganz andere, tanzbarere Seite von Magma. Es ist ein Zeugnis seiner Epoche. Ein Album, das man vielleicht nicht als Einstieg wählt, das aber zeigt, dass Vander sich nie in eine Schublade stecken lassen wollte.
Zëss: Le jour du néant (2019)
Sortie : 14 juin 2019 (France).
Album de Magma
Laughing Stock l'écoute actuellement.
Annotation :
Das finale Meisterwerk: Die Vollendung eines Stücks, das über 40 Jahre lang nur live existierte, hier eingespielt mit den Prager Philharmonikern.
„Zëss“ ist die absolute Apothéose, das jüngste Gericht, der Tag des Nichts. Dieses Stück spukte Vander schon seit den späten 70ern im Kopf herum, und es endlich in dieser orchestralen Pracht zu hören, ist überwältigend.
Die Hinzufügung des Orchesters verleiht dem Ganzen eine gigantische, filmische Dimension. Es ist ein einziger, langer, unaufhaltsamer Crescendo-Bogen über fast 38 Minuten. Der Rhythmus ist stur, hypnotisch, wie ein unaufhaltsames Uhrwerk, das auf den Weltuntergang zusteuert. Vanders Gesang ist hier pure Magie – beschwörend, theatralisch, fast schon prophetisch. Man spürt, dass hier ein Lebenswerk vollendet wird. Wenn die Chöre einsetzen und das Orchester anschwillt, ist das Gänsehaut pur. Ein monumentaler, düsterer und wunderschöner Schlusspunkt für die großen Konzeptwerke der Band.























